Den Vormittag nutzen wir zum individuellen Landgang und einem Abstecher ins Schwimmbad. Um 12:30 UTC legen wir von Húsavík ab. Bei N 4-5 Beaufort segeln wir unter Genua III und Großsegel in das Seegebiet Skjálfandi.
Wechselnde Winde
Am Nachmittag dreht der Wind weiter auf NE-E und nimmt auf 3 Beaufort ab. Entsprechend passen wir den Kurs auf NNE an bis wir in der Flaute einparken. Gegen Mitternacht zum 22. Juli kommt leichter Westwind auf.
Unter Spi in den Sonnenaufgang
Bei variablem Wind setzen wir den Leichtwindspinnaker und segeln im Europäischen Nordmeer dem Sonnenaufgang entgegen. Am Morgen schläft der Wind erneut ein, kommt dann aber aus ESE 2-3 Beaufort zurück. Wir bergen den Spi und segeln unter Genua III und Großsegel weiter.
Vor dem Wind Richtung Jan Mayen
Der Wind nimmt auf ESE 3-4 Beaufort zu und dreht weiter rechts. Wir baumen die Genua aus. Nach einem Schiftmanöver segeln wir bei WSW 3 Beaufort in die Nacht zum 23. Juli.
Nass, kalt und zunehmend ruppig
Im Tagesverlauf nimmt der Wind auf SW-W 4 zu, dreht weiter rechts und frischt schließlich auf W-SW 5 bis 6 auf. Das Großsegel steht mittlerweile im zweiten Reff. Sprühregen, Nässe und Kälte prägen die Bedingungen. Da die Überholbewegungen der Yacht zu stark werden, bauen wir die ausgebaumte Konstruktion wieder ab. Bei W 3 bis 4 segeln wir trocken und zunehmend entspannter in den Abend.
Ansteuerung Jan Mayen
Ab Mitternacht zum 24. Juli herrscht Flaute. Am Morgen kommt leichter N-Wind mit 2 bis 3 Beaufort auf, später schläft der Wind wieder ein. Die Ansteuerung der Südwestküste von Jan Mayen setzen wir schließlich unter Motor fort. Die Insel im Nordmeer zeigt sich in grandioser Szenerie: schroffe, grün bewachsene Vulkanlandschaft, zudem der 2.200 Meter hohe, alles überragende Gletscher Beerenberg. Der Anker fällt in der Båtvika, in Sichtweite der Station. Distanz: 365 sm.
Kurze Pause
Wir stehen über Mobilfunk im Austausch mit dem Kommandanten von Jan Mayen. Aus törnstrategischer Sicht ist das Anlanden angesichts des aufkommenden Nordwinds nicht zu verantworten. Nach Analyse der Wetterlage und einer Crew-Besprechung werden wir die Nordmeerquerung fortsetzen. Wir machen hier nur einen kurzen Stopp, kochen, essen, regenerieren — und segeln dann weiter, um der höchsten Intensität des aufkommenden Nordsturms zu entkommen.



